Ein letztes Mal

Es kommt doch noch was.

Im August ging es auf die Kinderinsel nach Mołtajny. Dieses Ereignis schließt sozusagen den Kreis meines Polenjahres, denn auf die Kinderinsel war 2013 der erste Teil meines Freiwilligendienstes.

Zusammen mit anderen Deutschen, Polen und Ukrainern ging es, wie letztes Jahr, darum, Kinder aus dem Ort und der Umgebung zu betreuen. Diese haben oftmals nicht die Möglichkeit in den Sommerurlaub zu fahren, sodass die Kinderinsel die einzige Möglichkeit für sie ist mal etwas anderes als das eher triste Dorfleben kennenzulernen. Einige Kinder haben das Dorf in ihrem Leben nie weiter als 30 km verlassen. Auch der Alkoholismus und die Arbeitslosigkeit tragen zu der ungünstigen Situation der Kinder bei. In der Gruppe verlief zwar nicht alles ganz so harmonisch wie im vorigen Jahr, trotzdem ließen sich allerdings viele nette Leute treffen. Am Ende fand dann noch ein schönes Fest statt, bei dem die Kinder einige Tänze und Lieder aufführen konnten.

All das ist in folgendem Video festgehalten:



 

Nach dem tränenreichen Abschied ging es nochmal nach Olsztyn, wo gerade in Bezug auf die Grölandausstellung noch deutlich mehr gemacht werden musste, als gedacht, sodass alles bis zum Ende meines Freiwilligendienstes nochmal richtig knapp wurde, und somit auch aus dem geplanten Urlaub nichts mehr wurde. Die Ausstellung musste nämlich nach Norwegen, statt nach Dänemark, was doch einen deutlichen Preisanstieg zur Folge hatte. Dank Borussia klappte dann aber doch noch alles und ich konnte dafür nochmal Olsztyn genießen und für eine Fahrradtour nach Gołdap war immerhin noch Zeit. Nachdem ich von dort sogar noch in Litauen und am Dreiländereck Russland, Polen, Litauen war, ging dem Vorderrad schließlich die Luft aus. Deswegen übernachtete ich früher als geplant (für nur 25 PLN; weniger als 7 €), musste jedoch dafür am Tag danach mit plattem Reifen noch über 70 km zum nächsten Bahnhof fahren. Flickzeug hatte ich nämlich leider nicht dabei.

Schließlich war ich auch dann doch noch für ein paar Tage in Polen krank.

Am 27. Schließlich kamen meine Eltern und mein Bruder und nach ein paar Tagen in Olsztyn und einem großen Abschied ging es nochmal für eine Woche im Hausboot durch die Masuren.

Am ersten Tag fuhren mein Bruder und ich sogar schon um 5 Uhr morgens durch dichten Nebel über die mir bereits so vertrauten masurischen Seen.

Es gab viele Wiedersehen mit bekannten Orten, doch auch einige neue konnte ich entdecken.

Letztendlich ging es aber dann doch nach Deutschland zurück.

Und hier endet die Geschichte von meinem Europäischen Freiwilligendienst.

Vielen Dank fürs Lesen!

Vielen Dank an Alle die ich treffen durfte, und die diesen schönen Teil meines Lebens mit mir verbrachten!

Und zum Schluss ein Video über unseren Freiwilligendienst:



Ruhe nach dem Sturm

Ich dachte ich melde mich mal wieder.

Nach dieser anstrengenden Zeit ging es jetzt etwas ruhiger weiter. Im Juni hab ich mir erstmal ein paar Tage frei genommen. Zuerst war ich mit unserem Kirchenchor auf einem großen Kirchenchortag in der Nähe mit etwa 20 teilnehmenden Chören aller Altersstufen, die auch alle im Gottesdienst sangen. Wir natürlich auch.

Am nächsten Tag ging es dann morgens mit der Fähre von Gdynia nach Karlskrona.  Das liegt in Schweden und ist ein Ort, an dem ich schon vor 11 Jahren Urlaub gemacht habe. Natürlich habe ich einige alte Stätten besucht, aber auch neue Teile der tollen Schärenküste besucht, zu der verschiedene Schiffe fahren.

Nach einer schönen Zeit dort gingen hier die Planungen für die Juliwochen in der Arbeit los. Wir Freiwillige geben dort zweimal in der Woche Englischunterricht (die Italiener geben Italienischunterricht). Genug Leute dafür sind wir jetzt, weil hier bereits Ferien sind und auch die Kindergärten geschlossen, sodass auch die Freiwilligen aus den Kindergärten nun wie ich direkt bei Borussia arbeiten. Etwas anstrengend ist dabei, dass wir nur zwei 6-jährige und eine 5-jährige 2 Stunden mit Englischspielen bespaßen und gleichzeitig ihnen etwas beibringen müssen.

An den anderen Tagen der Woche arbeiten wir jetzt in einer Arche heißenden Kinderbetreuungsstätte für benachteiligte Kinder. Hier helfen wir zum Beispiel auf dem Spielplatz oder bei Töpferworkshops.

Auch Ausflüge mache ich immer noch oft. Erst letztes Wochenende bin ich Freitag abends spontan nach Ełk gefahren (auf deutsch Lyck, eine Stadt, die etwa 150km östlich von Olsztyn liegt) um dort am morgen mit einer Museumsbahn zu fahren. Trotz einiger Probleme, hat alles sehr gut geklappt. So bin ich zuerst 5 km mit dem Fahrrad mit der Handylampe als Licht durch den Wald gefahren, um dort festzustellen, dass im Hotel zwar Zimmer frei sind, diese jedoch nicht vorbereitet. Schließlich habe ich ein Hotel direkt neben dem Bahnhof gefunden.
Am nächsten Tag kam nach der Museumsbahnfahrt (von dieser Bahn hat schon Siegfried Lenz geschrieben) noch eine Tour mit dem Fahrrad, bei der ich in einem unglaublichen Regenguss von einem Bushaltestellenhäuschen einen Viehabtrieb (oder wie man das nennt) beobachten konnte.
Schließlich hab ich ein wunderschönes Zimmer für weniger als 10€ mit Fernseher im Wald am See gefunden (der Fernseher war für das Spiel um Platz 3 nötig). Außerdem konnte ich guten Fisch für 5€ essen.

Nach der Rückkunft stand dann das Finale an, was wir, wie schon zuvor mit einigen Leuten von der deutschen Minderheit in einem kleinen Pub sahen.

Bilder gibt es wieder hier:
http://sdrv.ms/1eeXYzo
 (Ab dem schönen Schiff)

Diesmal ist die Beschreibung direkt unter den Bildern. (Wieder was dazugelernt)

Zu viel zu tun

Endlich hatte ich mal wieder Zeit zum schreiben. Ich hab in der Zeit so viel erlebt, dass ich gar nicht weiß, ob ich jetzt an alles denke. Zuerst stand ein kurzer Besuch zu Hause aufgrund einer Familienfeier an, dann ging es zurück nach Olsztyn, wo ich dann nicht nur einige schöne Ausflüge mit meiner Oma machen konnte, sondern auch bei Konzerten und Veranstaltungen anlässlich der Kortowiada, eines Studentenfestivals hier in Olsztyn dabei sein konnte. Unter anderem spielte mit Enej eine der bekanntesten Bands aus unserer Stadt dort, die inzwischen polenweit äußerst bekannt ist.

Direkt darauffolgend fand das dritte und letzte Seminar zum Thema Diskriminierung in Berlin statt. Außer der Fertigstellung der Photos für die Ausstellung wurde dort auch noch ein Gastredner eingeladen, der über das Thema anti-bias und Antidiskriminierungsarbeit sprach. Natürlich war es dann aber sehr traurig, dort wieder wegfahren zu müssen, mit dem Wissen, einige eventuell gar nicht mehr wieder zu sehen.

Die ganze Zeit begleitete mich auch noch ein anderes Thema: Die Vorbereitung meines Projektes über Grönland. Lange Gespräche und Emailverkehr mussten mit den beteiligten Partnern, während meiner Abwesenheit aber auch mit BORUSSIA durchgeführt werden.

Das Projekt war aber schließlich ein großer Erfolg. Am Freitag, dem 6. Juni kamen zu unserem interkulturellen Dialogzentrum Mendelsohn Haus doch tatsächlich einige Leute aus Grönland. Und nicht nur das, es waren sogar Schauspieler und Produzenten, des unglaublichen, grönländischen Filmes INUK, der dann auch gezeigt wurde. Zusätzlich führten die Grönländer noch einige traditionelle Tänze auf.  Im Anschluss wurde noch die Ausstellung „Grönland vor 100 Jahren“ eröffnet, die hier noch bis Mitte August zu sehen sein wird.
Dieses Erlebnis war wirklich einmalig, zumal dies auch in meinem Leben die ersten Grönländer waren, die ich traf. (Es gibt ja auch nur 56.000) Ein paar Bilder:

https://www.facebook.com/UummannaqPolarInstitute/posts/704871149571002

Mittlerweile ist auch bei uns hier der Sommer angekommen. Wir sind viel draußen und waren sogar schon in einem See schwimmen. Außerdem nutze ich die Zeit gerne für Ausflüge und Bootstouren.

Auch auf der Arbeit ist nicht wirklich weniger los, nach dem Projekt. Für den Juli sind relativ viele Sprachanimationen für Kinder vorgesehen, da die Schule dann schon vorbei ist. Außerdem ist jetzt die Zeit, in der wieder die Touristen nach Olsztyn kommen. Besonders der Anteil der Deutschen wird wieder hoch sein, was heißt, dass ich wieder einige Besucher durch das Mendelsohn Haus werde führen dürfen.

Monat der Seminare

Der März war bei mir ein Monat der Seminare. Nach dem schon beschriebenen Seminar waren nur zwei Wochen, in denen ich intensiv an meinem Grönlandprojekt gearbeitet habe. Schließlich muss alles bis kurz nach Ostern genau geplant sein, insbesondere müssen die genauen Kosten feststehen.

Dann allerdings konnte es losgehen zum Seminar unserer Aufnahmeorganisation „Borussia“ nach Galiny, einem kleinen Ort in Masuren. Dort haben wir nochmal intensiv darüber gesprochen, wo wir gerade in unserem Freiwilligendienst stehen und ob es Probleme gibt. Der Hauptteil war jedoch eine Einführung, wie genau man so ein Projekt zu planen hat und wie man die Bewerbung um Gelder ausfüllt. Natürlich war aber auch Zeit, um den wunderschönen Ort zu genießen. Es handelt sich hierbei um einen renovierten Bauernhof aus ostpreußischer Zeit. Nebenan befindet sich außerdem ein renoviertes Schloss. Heute ist das ganze ein Restaurant, ein Hotel und ein Gestüt mit etwa 60 Pferden. Auch die Gegend ist wunderschön. Auf der Facebookseite von Borussia sind einige Bilder unserer Radtour und vom Seminar zu sehen (
https://www.facebook.com/Borussia.Olsztyn
und etwas runterscrollen). Bevor ich jetzt am Freitag nach Belarus fahre, gibt es nochmal einiges zu tun. Denn auch die Kinderinsel, ein Projekt bei dem ich schon im August mitgemacht habe steht wieder an und wir suchen noch deutsche Teilnehmer. Also, wer mitmachen will und 18-26 Jahre alt ist, ist herzlich eingeladen sich bei mir zu melden. Weitere Infos folgen noch.

Letztes Wochenende war ich noch mit anderen Freiwilligen in Mrągowo, einer kleinen Stadt an den masurischen Seen. Das war auch sehr schön und außerdem das erste Mal, dass ich nicht alleine weggefahren bin J. Außerdem hatten wir natürlich wieder einige schöne Partys und ein italienisches Abendessen mit Tiramisu, zubereitet von unseren italienischen Freiwilligen.

Viel mehr ist diesmal nicht passiert. Aber es ist ja trotzdem genug.

Endlich wieder was Neues!

Lange ist es her, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe und es ist viel passiert. Im Februar durfte ich von meiner Organisation aus auf ein Seminar in die Ukraine fahren. Erstmal war meine Organisation jedoch äußerst besorgt, mich dort hinzuschicken, aber ich konnte sie dann doch überzeugen. Das Seminar hatte Toleranz und Diskriminierung zum Thema. Gelernt wurde, wie man Diskriminierung im Alltag erkennt, woher Diskriminierung überhaupt kommt und vieles mehr. Auch haben wir gelernt, wie man gute Photos macht, denn die Ergebnisse dieses und zweier weiterer Seminare (dann in Minsk und Berlin) werden in einer Photoausstellung festgehalten, die eventuell auch hier in Olsztyn gezeigt werden soll. Was jedoch das Seminar zusätzlich interessant machte waren einerseits die wunderschöne Landschaft in den Karpaten, andererseits aber auch die völlig verschiedenen Menschen, die hier aus Belarus, der Ukraine und Deutschland zusammenkamen.

Aufregend wurde es dann aber doch noch mal etwas, als die ersten Nachrichten von der Gewalteskalation auf dem Maidan in Kiew eintrafen. Besonders für die Ukrainer war dies natürlich ein Schock. Dazu haben wir dann auch eine kleine Gesprächsrunde gemacht, die eine der Leiterinnen, die selbst aus der Ukraine kommt geleitet hat. Dabei kamen dann ganz unterschiedliche Ansichten zutage, da etwa die Hälfte der Ukraine aus der Westukraine, die andere von der Krim stammte. Trotzdem schaffte es die Leiterin, das Gespräch äußerst interessant und trotzdem friedlich verlaufen zu lassen. Außerdem war strahlender Sonnenschein fast die ganze Zeit, der es sogar möglich machte, im T-Shirt durch die Berge zu wandern.

Nur ein kurzes Zwischenspiel war dann meine Arbeit als „Sprachlehrer“ für Mütter und Kinder im Zentrum für Mütter und Kinder. Die ursprünglichen Teilnehmer haben sich nämlich bereits wieder abgemeldet.

In der Woche darauf war ich schon wieder auf Seminar. Diesmal war es allerdings das Mid-Term-Seminar, welches zum EVS dazugehört. Hier trifft man sich wieder mit Freiwilligen aus ganz Polen, wie beim On-Arrival und tauscht sich gegenseitig aus, gibt sich Tipps zur Arbeit, wertet die eigenen hinzugewonnen Kompetenzen aus und so weiter. Insgesamt war das Seminar deutlich schöner als das in Warschau, nicht nur weil Toruń eine deutlich schönere Stadt ist, sondern auch, weil das Zusammensein mit den Leuten viel besser funktionierte, unter anderem vielleicht auch, weil sich alle schon mehr an das Umfeld EVS gewöhnt hatten. Die Stadt ist berühmt für ihre Lebkuchen, die Thorner Katrinchen und erinnert vom Aussehen sehr an Danzig.

In der letzten Woche ging es auf der Arbeit ziemlich angespannt vor sich, da sich der deutsche Flyer für das Mendelsohnhaus in seiner Endphase befindet und ich als Textautor auch dafür sorgen muss, dass dieser (weitgehend) fehlerfrei ist.

Ich hoffe das nächste Mal schaffe ich es wieder pünktlich zu schreibenJ!

Neue Bilder wieder hier:
http://sdrv.ms/1eeXYzo
 (Bilder 6-10 sind aus der Ukraine, Karpaten und der Bahnhof in Lviv; Bild 11 ist ein See bei Olsztyn und die Bilder 12 und 13 sind Kirchen in Toruń.)

(Dass der letzte Eintrag den gleichen Titel hat hab ich gar nicht bemerkt)

Endlich wieder was neues

Lange nichts mehr geschrieben, aber nun geht es wieder los.

Es hat sich einiges verändert hier bei mir. Aber der Reihe nach.

Im Dezember war noch unser großes Weihnachtsprojekt, initiiert von einer Mitfreiwilligen, die leider kurz darauf nach Hause zurückgekehrt ist. Es war das Weihnachtsfest von vier verschiedenen Traditionen, nämlich der Polnischen, der Italienischen, der Deutschen und der ukrainisch russischen Tradition. Zusätzlich sang noch eine A-Kapella-Gruppe polnische Weihnachtslieder. Und wir, die deutschen Freiwilligen haben ein paar deutsche Weihnachtslieder versucht zu singen. Nach diesem erfolgreichen Event ging es für mich erstmal nach Hause. Dort angekommen waren gleich viele meiner Verwandten da und auch mit Freunden konnte ich mich gleich wieder treffen, so dass mehr und mehr das Gefühl eintrat nie lange weggewesen zu sein. Die Zeit verging schnell und schon bald saß ich wieder im Flugzeug nach Danzig. Und 12 Stunden nach Abfahrt saß ich schon wieder im Büro.

Und vier Tage später war schon wieder die erste große Geburtstagsparty hier.

Durch die Abreise der Mitfreiwilligen hat sich dann hier gleich viel getan. So wurde nämlich ein Platz in der Freiwilligen-WG frei, welcher mich aus der nicht ganz perfekten Wohnsituation im Internat befreien konnte. Lange blieb jedoch offen (eigentlich ist es immer noch nicht klar) ob noch ein anderer Italiener hierherkommen wird. Dieser sollte im polnisch-französischen Zentrum arbeiten, allerdings nur für eine Art Studienpraktikum, was nur vier Monate dauert. Vermutlich wird dieser dann noch zu mir ins Zimmer ziehen.
Dieses Zimmer ist wirklich eine deutliche Verbesserung zu vorher, obwohl es gelichzeitig die Küche ist. Trotzdem muss man nicht immer in seinem Zimmer hocken, sondern kann z.B. mit den anderen Mal etwas kochen, einen Film schauen oder ähnliches. Außerdem ist es doch entspannter Deutsch als Englisch zu reden. Und die Freiwilligen hier sind auch altersmäßig nicht so weit entfernt von mir.

Auf der Arbeit organisieren wir zurzeit ein Ferienprogramm für die Winterferien hier. Bei dem geht es nach meinem Vorschlag um Brettspiele, genauer gesagt sogar darum diese selbst zu entwerfen.

Zu meinem EFD wurde ich nun außerdem von der Allensteiner Welle, der Radiosendung der deutschen Minderheit interviewt, was auch mal eine ganz neue Erfahrung war.

Auch in die Natur bin ich immer wieder gekommen, obwohl es zwei Wochen lang nicht wärmer als
-15°C wurde. Aber jetzt geht es schon wieder besser. Zum Beispiel bin ich 30km durch den Schnee aus einer Kleinstadt nach Hause gelaufen, in der die einzige noch erhaltene Synagoge der Region steht, die ich mir natürlich auch angeschaut habe.

 

Weil ich hier nur noch mobiles Internet habe, sind die Photos diesmal unter folgendem Link zu finden:


http://sdrv.ms/1eeXYzo

Zu sehen sind einige Orte auf meinen Wanderungen, unter Anderem Barczewo mit der letzten erhaltenen Synagoge der Region.

Der November

Auch der November ist nun vorbei.

Im letzten Monat ist mal wieder richtig viel passiert. Das erste ist natürlich das zweite lange Wochenende. Dieses hat mich nach Lidzbark-Warmiński gebracht. Mit einem Kleinbus konnte ich für insgesamt 3€ für Hin- und Rückfahrt den ehemaligen Sitz der ermländer Bischöfe bewundern und außerdem eine kostenlose Erbsensuppe vom polnischen Militär genießen. Auch eine Parade gab es natürlich zum Nationalfeiertag.

Bald schon kam dann ein neuer Regelmäßiger Termin in meiner Arbeit dazu. Ab jetzt gestalte ich montags immer ein deutsches Sprachcafé. Hier treffen sich Leute, die schon deutsch können zum Reden. Allerdings wollen die Leute die jetzt kamen unbedingt auch noch etwas dabei lernen, sodass wir jetzt immer über deutsche Nachrichten, wie die Einführung des Mindestlohnes, sprechen.

Am 21., also etwas später als normalerweise wurde in einem Kindergarten auch ein Martinsumzug veranstaltet. Diese Tradition wurde einst von Freiwilligen vor etwa 3 Jahren aus Deutschland mitgebracht. Dazu haben wir Freiwilligen dann die St. Martinsgeschichte als Theaterstück auf Polnisch gelernt. Ich durfte Jesus und den Bettler spielen. Später beim Umzug bin ich dann als Martin vorne gelaufen und wir Deutschen haben einige Martinslieder gesungen. Am gleichen Tag musste ich auch meinen ersten deutschen Sprachkurs im nahen Naterki halten. Dazu sollte zum ersten Übersetzen jemand von Borussia mitkommen. Als ich dann aber relativ knapp vor Abfahrt am Gleis ankam, war da niemand. Sie rief dann an, dass sie noch schnell angerannt käme, aber der Zug war schneller da, sodass ich dann doch alleine hinfahren musste. Zum Glück konnte ich noch ein Ticket im Zug kaufen. Dort angekommen warteten schon etwa 15 Leute von etwa 12 bis 70 Jahren. Einer der jüngeren konnte zum Glück Deutsch, sodass er dann übersetzen konnte.
Auch diese Aktivität werde ich jetzt einmal in der Woche durchführen.

In der Woche vor dem ersten Advent durfte ich dann von meiner Arbeit zwei Tage nach Danzig fahren. Hier hielt Uwe Rada eine Lesung, ein deutscher Autor, dessen Buch von Borussia auf Polnisch übersetzt und herausgegeben wurde. Dort konnte ich ein gutes kaschubisches Essen genießen den Vortrag anhören und hatte noch genug Zeit kurz ans Meer zu fahren und einen kleinen Strandspaziergang zu machen.

Am Samstag danach war ich dann noch für einen Tag in Ostróda. Ebenfalls günstig mit dem Minibus. Auch hier waren ein kleines Schloss und zwei sehr schöne Kirchen.

In der letzten Woche war es dann etwas ruhiger und ich war allein, denn mein Mitbewohner hatte sein Anfangsseminar in Warschau. Das war eine gute Zeit um hier mal etwas aufzuräumen.

Am Freitag sind wir hier dann eingeschneit worden und der Winter ist jetzt wirklich angekommen. Gestern war dann auch noch der Geburtstag einer Mitfreiwilligen der dann mit einer riesigen Party gefeiert wurde.

Heute war in der Kirche ein kleiner Adventsbasar, wo ich noch einen Salzteigadventskranz bekommen konnte. Außerdem konnte ich noch einen kleinen Schneespaziergang rund um das höchste Bauwerk Polens machen, dass sich hier in Olsztyn befindet.

Zum Abschluss konnte ich mich heute endlich mit dem Betreiber der Seite
http://fif24.de
treffen, der aus Olsztyn kommt. Für mich als Busfan war das natürlich ein besonderer Höhepunkt.

Da ich über Weihnachten zuhause bin, kommt dann vielleicht kein Blogeintrag, mal sehen.

 

Schloss Lidzbark-W

Das Schloss in Lidzbark-Warmiński

Danzig

Danzig im Sonnenaufgang

Fernsehturm

Der Fernsehturm Olsztyn-Pieczewo

Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsbaum, der vor dem Rathaus steht

Advent

So sieht es bei mir im Advent aus. Etwas unaufgeräumt, aber sonst ganz schön.

 

 

 

 

Zweiter Monat

Und schon wieder ist ein Monat vorbei.

Das wichtigste gleich zuerst: Ich bin nicht mehr allein im Zimmer. Gleich in der ersten Woche nach meinem letzten Artikel klopfte es mitten in der Nacht plötzlich an die Tür und davor stand Fabio. Mir wurde zwar gesagt, dass er einen Tag später kommt, aber das war wohl falsch. Er ist 28 und kommt aus Rom. Er arbeitet mit 2 weiteren Freiwilligen in einem Freilichtmuseum in Olsztynek/Hohenstein.

In der nächsten Woche musste oder durfte ich jedoch schon gleich wieder weg, denn endlich begann mein On-Arrival Seminar in Warschau. Eine Woche lang haben wir dort mehr über den EVS uns selbst und Warschau erfahren. Eine Führung auf den Spuren des ehemaligen Warschauer Ghettos stand ebenso auf dem Programm wie ein Abend mit polnischer Musik und polnischem Tanz. Am wichtigsten war an dem Seminar jedoch eigentlich, andere Freiwillige in ganz Polen kennenzulernen. Wir waren insgesamt etwa 25 Leute, von denen etwas unter 10 deutschsprachig (aus Deutschland und Österreich) waren. Sonst waren noch Spanier, Ukrainer, Tschechen, Italiener, ein Este, und ein Franzose da.  Abends waren wir natürlich in verschiedensten Clubs Warschaus, doch insgesamt konnte mich die Stadt, die übrigens die einzige U-Bahnlinie Polens enthält nicht so wirklich von ihrer Schönheit überzeugen.

Mit einem Seminar ging es auch in der nächsten Woche gleich weiter. Das On-Arrival Seminar von meiner Organisation in Olsztyn (Borussia). Übernachtet haben wir natürlich zuhause, aber von morgens bis abends haben wir mehr über Polen,  Ermland und Masuren und Olsztyn gelernt. Unter anderem haben wir ein Städtespiel zu unbekannten Orten Olsztyns gemacht. Auch haben wir alle Einsatzstellen der Freiwilligen besucht, sodass wir nun auch hierüber Bescheid wissen. Außerdem gab es immer etwas Gutes zu essen und auch wir haben uns unter uns nochmal besser kennengelernt.

Danach ging die Arbeit wieder ihren normalen Lauf und ich versuche gerade es irgendwie zu schaffen eventuell einen Grönlandabend oder ähnliches zu gestalten. Außerdem hat jetzt auch endlich mein Sprachkurs begonnen. Langsam kann ich schon manches verstehen und es wird besser mit dem Polnischen.

Am langen Wochenende (nach dem 1.9.) bin ich allein (nachdem alle lieber zuhause bleiben wollten) mit dem Zug nach Ruciane-Nida gefahren, um mit dem Fahrrad durch die masurische Seenplatte zu fahren. Eigentlich hatte ich überlegt nur einen Tag zu bleiben, aber nachdem der letzte Zug schon um 10 Uhr früh gefahren war, ging das nicht mehr. Übernachtet habe ich dann in einem schönen Zimmer, für zwei Nächte. Am Samstag bin ich schließlich zum größten See gefahren, bei dem man zumindest bei dem diesigen Wetter nicht mal das andere Ufer gesehen hat.
Die Gegend ist zurzeit eher ausgestorben, da sie hauptsächlich vom Tourismus lebt, der im November nicht besonders stark ist.
Beinahe wäre ich auch nichtmehr zurückgekommen, da ich am Sonntag um 10 am Bahnhof war, der Zug der dann kam jedoch schon zu voll für ein Fahrrad und mich war. Also bin ich dann in das 40 Km entfernte Szczytno gefahren und habe von dort den einzigen noch an diesem Tag fahrenden Zug um 18:40 nehmen können.

Dieses Wochenende ist wieder lang, da in Polen auch der 11. Ein Feiertag ist. Eine richtige Reise wird es diesmal aber nicht.

 

Warschau

Das ist Warschau

 

Olsztyn

Olsztyn, fotografiert aus dem Burgturm

 

 

Unterkunft

So sah meine Unterkunft in Wojnowo bei Ruciane-Nida aus

 

 

Zuhause

Doch noch zuhause in Olsztyn angekommen.

Ein Monat

Hallo Leser!

Nun ist es tatsächlich schon einen Monat her, dass ich hier in Olsztyn meinen Freiwilligendienst begonnen habe. Seitdem ist viel passiert und ich schreibe das jetzt einfach mal chronologisch.

In meiner dritten Woche, also vom 15. bis 22. September war ich auf einem Seminar in Lublin. Das Thema war, wie man LARPs (Live Action Role Play Games) in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einbinden kann. Bei einem LARP erhält jeder Teilnehmer einen Zettel mit den Informationen über seine Rolle. Der kann bis zu 30 Seiten lang sein. Außerdem werden alle in die Rahmenhandlung eingeführt. Auf dem Zettel befinden sich auch bestimmte Ziele, die man während des mehrstündigen LARPs erreichen muss.
Sowas haben wir natürlich mal gespielt, aber hauptsächlich haben wir gelernt, wie man ein LARP schreibt und wie man grundsätzlich geförderte Projekte organisiert.
Ich war bei unserem LARP übrigens ein Waffenhändler und Killer, der unter anderem Waffen verkaufen sollte. Eine hat zum Beispiel die Witwe des von mir ermordeten Bürgermeisters gekauft.
Natürlich war nicht nur Programm und so blieb viel Zeit Sachen mit den Leuten aus Polen, Kroatien, Tschechien und Litauen zu machen.

In der nächsten Woche habe ich zum Beispiel einen Englisch-Konversationskurs für 6., 7. und 8.-Klässler gemacht. Die konnten zwar noch nicht wirklich gut englisch, aber für Spiele wie Hangman hat es dann doch gereicht.
Außerdem konnte ich mir in dieser Woche noch ein Fahrrad anschaffen, das ich am Wochenende gleich für eine Interessante Tour durch das Umland von Olsztyn nutzte. So gibt es hier zum Beispiel Orte mitten im Wald, zu denen keine asphaltierte Straße führt, die aber trotzdem einen Laden haben, der Samstag Nachmittag offen hat.

Diese Woche stand schließlich ganz im Zeichen der jüdischen Kulturtage, die meine Organisation veranstaltet. Dies sind 4 Tage, an denen verschiedene Veranstaltungen, wie Konzerte Workshops, Vorträge und Ausstellungen zur jüdischen Kultur stattfinden. Ich musste mich dafür unter anderem um einen Berliner Architekturprofessor kümmern. Das heißt, ich musste/durfte mit ihm essengehen, nachdem er vorher einen eher uninteressanten Vortrag gehalten hatte, allerdings bis zum Beginn dessen noch in Ruhe das Haus meiner Organisation photographiert hat. Dieses wurde von dem berühmten Architekten Erich Mendelsohn erbaut. Der war dann beim Essen natürlich auch Hauptgesprächsthema.

Heute habe ich im Gottesdienst noch zwei weitere deutsche Freiwillige kennengelernt, die im Altenheim arbeiten. Unsere Gruppe wächst also immer mehr, auch weil schon zwei der drei ItalienerInnen eingetroffen sind.
Da wird es natürlich auch immer schwieriger unsere Haus-Partys fortzuführen, weil keiner 40 Leute zuhause haben will. Aber irgendwie wird das schon.

Ein Dorf auf meiner RadtourDies ist ein Dorf auf meiner Fahrradtour.

Und das ist schließlich noch ein Blick auf die Stadt:Blick auf die Stadt vom Planetarium

Eine Woche in Polen

5 Tage ist es nun her, dass ich hier in Olsztyn angekommen bin und damit ist es Zeit für einen ersten Blogeintrag.

Die Reise von Sonntagabend bis Montagmittag ging relativ problemlos von statten. Am Schluss musste ich nur einmal umsteigen ohne es zu wissen und kam etwa eine Stunde später an.

In Olsztyn angekommen wurde ich abgeholt und wir warteten noch auf eine weitere Freiwillige, die eine weitere Stunde später eintraf. Das Wetter war zwar ziemlich furchtbar, aber mittlerweile ist es deutlich besser geworden.

Ich wohne hier in einem Internat (dort arbeite ich aber nicht), das etwa 10 Minuten vom Zentrum und 15 Minuten von meiner Arbeitsstelle entfernt liegt. Im Moment bin ich noch alleine, aber ab Oktober wird noch ein Italiener dazukommen. Küche und Bad teile ich mir mit einer Mutter mit 2 Kindern, die jedoch sehr nett sind. Die anderen Freiwilligen wohnen auch nicht weit weg in 2 Wohnungen.

Während am Dienstag noch organisatorische Dinge geklärt wurden, fing ich am Mittwoch schon mit der Arbeit an. Am Anfang besteht diese jedoch natürlich mehr aus Lernen, als aus Machen. So habe ich zum Beispiel viel über Erich Mendelsohn erfahren, ein Architekten, der in Olsztyn geboren wurde und in dessen „Erstlingswerk” die Borussia (meine Organisation) untergebracht ist.
Ich arbeite dort nun immer von 9 bis 4 Uhr.

Wenn es was neues gibt, werde ich das natürlich wieder schreiben. Bis bald!

 

Hier noch einige Bilder:

Dies ist der Bus, der mich von München fast bis nach Olsztyn brachte

Das ist der Bus, der mich auf der Fahrt fast bis nach Olsztyn brachte.

Mein Weg zum Einkaufen

Hier eine Impression von meinem Weg zum Supermarkt.Der Wald in Olsztyn, durch den ich wohl öfter mal gehen werde. Das ist schließlich eine Brücke im Olsztyner Stadtwald.